Wa(h)re Liebe

Liebe

Wa(h)re Liebe

Das Fachbuch fĂĽr Leute, die sich in Thailand verlieben.

17. Auflage Januar 2010  –  1. Nachdruck Oktober 2012

188 Seiten
350 Baht / 18 Euro / 23 Fr.

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Wa(h)re Liebe entwickelte sich seit der ersten Auflage im Januar 1999 innerhalb kurzer Zeit zum Standardwerk über alles, was man wissen muss, um mit etwas Humor hinter die Kulissen der Szene zu schauen. Wir vermeiden hier grundsätzlich, mit dem erhobenen Zeigefinger zu moralisieren. Es ist uns ferner bewusst, dass an dieser Stelle Beiträge höchst unterschiedlichen Niveaus wieder­gegeben werden – vom erklärten Sextouristen, der den Zweck seines ­Hierseins offen einräumt, bis hin zum bekannten Buchautor.
Es geht uns um die möglichst realistische Darstellung des Verhältnisses zwischen Freier und Mädchen in der Beziehung (westlicher) Tourist–Barmädchen, wie sie in Thailand nun einmal ist. Um den heißen Brei herumzureden, nützt niemandem. Die Wahrheit ist auch im vorliegenden Falle nicht immer ganz so, wie sie manche Journalistenkollegen sehr oft gerne herbeischreiben würden. Ein tieferes Verständnis der Beziehungen zwischen Menschen verschiedener Kulturen und mit höchst unterschiedlichen Zielen kann allen Seiten – ­gerade auch dem außenstehenden Beobachter – nur nützen.
Ein weiteres Ziel der vorliegenden Sammlung ist die Des­illusio­nie­rung des Lesers und damit der entscheidende Schritt zur Vermeidung von finan­ziellen und auch seelischen Schäden auf dem Schlachtfeld der Liebe in Thailand.
Dieses Buch lebt von den Erfahrungen seiner Autoren, die größtenteils seit Jahrzehnten in Thailand leben. Alle Berichte beruhen auf tatsächlichen Geschehnissen; die Berichterstatter und fast alle Akteure sind den Mitarbeitern unserer Redaktion persönlich bekannt, wobei wir insofern lediglich einige Beiträge in der sprachlichen Form etwas überarbeitet haben.
Dieser 17. Auflage wurde ein Anhang angefĂĽgt, der anhand von zwei Beispielen auch die umgekehrte Situation aus der Sicht zweier Frauen beleuchtet.

 

Aus dem Inhalt:

Junge Frau und alter Sack

Seit ĂĽber vier Jahren war ich mit Nong verheiratet und wir fĂĽhrten zusammen hier bei mir in Hamburg eine wunderbare Ehe. Ich hatte meine Frau auf Ko Samui kennengelernt, damals, als ich nach meiner Scheidung nervlich so am Ende war. Meine erste Frau hatte mich verlassen, weil sie sich einem JĂĽngeren zugewandt hatte. Ich konnte das nur sehr schwer verkraften, denn auch wir fĂĽhrten fast 20 Jahre lang eine gute Ehe. Unser Sohn ist nun ebenfalls erwachsen und verstand sich mit meiner jetzigen Frau eigentlich sehr gut, bis vor einem Jahr.
Seit einiger Zeit verhielt sich Nong allerdings recht seltsam. Sie hatte nun eine Ausbildung als Floristin, die sie hier in Deutschland gemacht hat, beendet und konnte nun endlich zum Lebens­unterhalt beitragen. Vier Jahre lang habe ich ihr alles gegeben, weil ich doch wollte, dass sie es später einmal gut haben sollte. Mir fiel es manchmal auch nicht leicht, alles allein zu finanzieren, denn das bisschen Lehrlingsgehalt Nongs ging für Zigaretten, Fahrgeld und Taschengeld drauf. Nun aber hat sie ihr Ausbildungsbetrieb übernommen und sie verdient jetzt mit. Bereits das erste Gehalt schickte sie komplett an ihre Familie. Ich sagte nichts.
Als aber auch von dem zweiten und dritten Gehalt nichts in unsere gemeinsame Haushaltskasse floss, sprach ich sie darauf an. Was ich da erleben musste, kann ich bis heute nicht begreifen. Meine Frau tobte und schrie. Sie meinte, dass es eine Unverschämtheit von mir wäre, Geld von ihr zu verlangen, schließlich würde ich doch selbst verdienen. Sie meinte, dass sie ausschließlich ihrer Familie gegenüber verpflichtet sei und sonst niemandem. Als ich sie daran erinnerte, dass ich als ihr Ehemann ebenfalls zu ihrer Familie gehöre und sie schließlich vier Jahre lang unterhalten habe und sie auch heute noch kostenlos wohne und esse, lachte sie mich aus. Sie sagte mir knallhart, dass es eben etwas kosten würde, sich eine jüngere und gutaussehende Frau im Bett zu halten, und wenn ich das weiter so haben wollte, dann sollte ich gefälligst ruhig sein und sie nie wieder nach Geld fragen.
Ich hatte bisher allen Ernstes geglaubt, meine Frau würde mich lieben. Sie war immer so lieb, so hilfsbereit und niemals hatte ich von ihr auch nur ein schlechtes Wort gehört. Jetzt wusste ich, dass alles nur gespielt war, solange sie die Ausbildung machte und mich brauchte.
Zunächst verhielt ich mich ruhig – ich liebte sie ja und wollte sie auch nicht verlieren. Solange ich nicht über Geld sprach, war sie zuvorkommend wie früher. Allerdings längst nicht mehr so zärtlich wie sonst. Ihre ehelichen Pflichten „erledigte“ sie eher im Vorübergehen.
Ich musste mit ansehen, dass sie sich jeden Monat teuere Klamotten kaufte, anfing in Discos und Bars zu gehen, und bald kam und ging sie nur noch, wie sie wollte. Sie kam nicht mehr pünktlich zum Essen – sie führte eigentlich keine Ehe mehr.
Mein Sohn, der bereits mit seiner Freundin zusammenwohnte, spürte, dass etwas nicht mit mir stimmte, und er sagte, dass ich genauso traurig sei wie damals, als seine Mutter uns verlassen hatte. Ich erzählte ihm alles. Er versprach, mit Nong darüber zu sprechen. Aber was dann folgte, war unerträglich für mich. Meine Frau wollte sich scheiden lassen, weil ich mit meinem Sohn darüber gesprochen hatte, und sie forderte mich auf, zu meinem Sohn zu ziehen und ihr meine Wohnung alleine zu überlassen.
Ich reichte die Scheidung ein. Damit hatte sie nicht gerechnet. Sie war nun ihrerseits wie vor den Kopf gestoßen. Niemals hatte sie geglaubt, dass ich auf sie verzichten würde. Eine Frau wie sie lässt man nicht gehen. Sie hielt sich tatsächlich für die beste und schönste aller Frauen. Sie bat mich nun fast auf Knien, hier wohnen bleiben zu dürfen und den Antrag auf deutsche Staatsangehörigkeit zu unterschreiben, aber ich wollte nicht mehr. Sie hatte bereits die unbefristete Aufenthaltserlaubnis. Um ihre Arbeit und damit ihre finanzielle Sicherheit nicht zu verlieren, mietete sie sich zunächst bei einer thailändischen Freundin ein. Aber sie kam immer wieder. Bis die Scheidung ausgesprochen wurde.
Einige Monate später hörte ich dann von einem Bekannten, der mit einer Freundin Nongs verheiratet war, dass meine Frau in Thailand einen Mann geheiratet hatte und ihm monatlich Geld schicken würde.

 

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