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Ihr Recht in Thailand


Das Fachbuch für Leute, die in Thailand wohnen und arbeiten.
Ein Rechtsexperte beantwortet über 120 Fragen aus den Bereichen Visum, Hauskauf, Mietwohnungen, Verträge, Eheschließung/-scheidung, Arbeitserlaubnis, Arbeitsrecht, Firmengründung, Steuern, Buchhaltung, Rechtsprechung usw. – verständlich, kein Juristendeutsch! Erschienen in der TIP-Zeitung.

Anhand der von Ausländern gestellten Fragen wird die Problematik in diesem Land ersichtlich.
Die Gesetzeslage mag sich im Laufe der Zeit geringfügig ändern, die Problematik jedoch nicht und wird es wohl auch die nächsten Jahrzehnte nicht. Deshalb ist dieses Buch, unabhängig vom Erscheinungsdatum, für lange Zeit aktuell.

8. Auflage September 2012

122 Seiten
400 Baht / 19 € / 25 Fr.

 

Aus dem Inhalt:

Kein Landerwerb für Ausländer

Leserfrage: 
… Meine Thai-Freundin und ich können von ihren Verwandten günstig ein schönes Grundstück kaufen. Kann ich das ohne Probleme machen?

Antwort des Anwaltbüros: 
In Thailand kann ein Ausländer grundsätzlich kein Landeigentum erwerben. Wenn Du Deine Investition in das Grundstück absichern willst, kannst Du das, wenn der „Kaufpreis inkl. Hausbau“ als Hypothek (z.B. auf ihre Eltern, Ehepartner geht nicht) in das Grundbuch eingetragen wird. Bei einer max. Laufzeit von 25 Jahren und einem Zinssatz von 6% werden die Zinsen dann durch ein der Laufzeit entsprechendes Wohn- und Nutzungsrecht abgegolten. Dieses wird ebenfalls im Grundbuch eingetragen. Am Ende der Laufzeit kann der Grundstückseigentümer entweder den Hypothekenbetrag zurückzahlen, also das Grundstück quasi zurückkaufen, oder den Vertrag neu erstellen und wieder ins Grundbuch eintragen lassen.

Mietvertrag länger als drei Jahre

Leserfrage: 
… Letzte Woche informierte uns unsere Vermieterin, dass unser Mietvertrag am 30. April ausläuft und sie gerne bereit wäre, diesen wieder um 3 Jahre zu verlängern, aber anstatt 8.000 Baht Monatsmiete würde sie jetzt 10.000 Baht an Monatsmiete haben wollen. Wir wären soweit mit dieser Erhöhung einverstanden, würden aber gerne einen langfristigen Vertrag, und zwar über 5 Jahre, abschließen. Daraufhin meinte unsere Vermieterin, dass es in Thailand nicht möglich ist, Verträge länger wie 3 Jahre zu vereinbaren.

Antwort: 
Ich nehme an, dass Sie einen ganz normalen Mietvertrag über die private Nutzung eines Hauses vereinbart haben. Ihre Vermieterin ist bereit, einen weiteren Vertrag für die nächsten 3 Jahre mit Ihnen abzuschließen. In Thailand hat ein Mietvertrag eine gesetzliche Höchstlaufdauer von 3 Jahren. Insoweit hat Ihre Vermieterin Sie auch richtig informiert. Sie haben aber vom Gesetz her die Möglichkeit, Verträge, die eine längere Laufdauer als 3 Jahre haben, auch verbindlich abzuschließen, müssen diese jedoch beim Landamt registrieren lassen. Es entstehen Kosten und es fallen auch Abgaben an, und zwar 1,1% der gesamten Mietsumme bei der Registration und danach 12,5% des behördlich geschätzten Mietertrages an jährlichen Abgaben. Reden Sie mit Ihrer Vermieterin, ob sie einer Registration zustimmen würde.

Ehevertrag nachträglich in Thailand schließen

Leserfrage: 
Seit gut zehn Jahren bin ich mit einer Thai verheiratet und habe zwei Kinder. Die Heirat wurde in Deutschland geschlossen, und besondere Vereinbarungen wie Gütertrennung o.ä. wurden nicht getroffen, es gilt hier also die Zugewinngemeinschaft. Wie sähe der Fall aus, wenn wir zusammen nach Thailand auswandern würden und es dort irgendwann zu einer Scheidung kommen würde? Gibt es in Thailand die Möglichkeit einer einvernehmlichen Scheidung, d.h. man einigt sich auf einen bestimmten Betrag und wäre danach finanziell frei gegenüber der Frau?

Antwort: 
Ein Ehevertrag kann kurz vor der Registrierung der Heirat vor dem Familiengericht in Thailand auch nach der Eheschließung in Deutschland geschlossen werden. Der Geltungsbereich beschränkt sich aber nur auf Thailand und auf Vermögen in Thailand. Als Vertragsdatum wird in diesem Fall der Tag vor der Eheschließung auf dem Standesamt in Deutschland gelegt. Doch dürfen keine starken Benachteiligungen und Diskriminierungen für den Thai-Partner darin enthalten sein. Vergleichsweise kann man dazu den Rechtsfaktor der „Sittenwidrigkeit“ in Deutschland aufführen, der aber wesentlich strenger und bindend ist. In Thailand liegt es im Ermessen des Beamten, was anerkannt und festgelegt werden darf.

 



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