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Thailand in Europa nicht mehr so beliebt

Thailand ist bei europäischen Touristen nicht mehr so beliebt wie früher. – Foto: Pixabay

Der Teufel lauert bekanntlich im Detail. Das gilt sicherlich auch für die thailändische Tourismusstatistik 2019.

Oberflächlich gesehen kamen 2019 39,79 Millionen Touristen nach Thailand, eine satte Steigerung von 4,24 Prozent. Zur Belohnung darf sich das Ministerium für Tourismus und Sport auf die Schulter klopfen. Aber ist es wirklich so?

Unabhängig davon, ob es tatsächlich 39,79 Millionen Besucher waren oder ob die Anzahl der Touristen im Vergleich zu 2018 um 4,24 Prozent gestiegen ist und 3,05 Prozent mehr Geld ausgegeben haben als im Jahr davor, nämlich über 1,876 Milliarden Baht, gibt es einige alarmierende Trends, sobald man mehr liest als nur die Schlagzeilen.

Ja, China war nach wie vor der umsatzstärkste Markt mit 10,9 Millionen Besuchen (+4,36 Prozent) und einem Umsatzplus von fast 550 Millionen Baht (+4,78 Prozent).

Aus weiteren zehn Ländern kamen jeweils über eine Million Besucher nach Thailand.

Wenn man sich mit den Details beschäftigt, wird man allerdings feststellen, dass sich von diesen Top-11-Ländern nur zwei außerhalb Asiens befinden. Das sind Russland – das hier großzügig komplett zu Europa gezählt wird – mit 1,48 Millionen Touristen und die USA mit 1,16 Millionen Besuchern.

Unter den Top-5-Märkten dominierte China mit fast elf Millionen Besuchen. Wenn das neuartige Coronavirus Covid-19 im ersten Quartal des Jahres unter Kontrolle gebracht werden kann, könnten die chinesischen Besucher in Thailand bis Ende des Jahres die Marke von zwölf Millionen erreichen.

Malaysia ist nach China der zweitgrößte Markt mit einem Plus von 3,64 Prozent (4,16 Millionen), gefolgt von Indien mit einem Plus von beachtlichen 24,85 Prozent (1,9 Millionen). Korea auf dem vierten Platz erzielte ein Plus von 5,09 Prozent und Laos auf dem fünften Platz ein Plus von 1,84 Millionen Besuchern, was einer Steigerung von 10,86 Prozent entspricht.

Was den Teufel im Detail betrifft, so zeigen die jährlichen Statistiken über die Herkunft der Touristen, dass in den letzten Jahren stetig und fast unaufhaltsam Reisen aus Europa und dem Nahen Osten nach Thailand zurückgegangen sind.

6,71 Millionen Europäer kamen 2019 nach Thailand, das sind 0,61 Prozent weniger als 2018, und der Umsatz ging um 2,43 Prozent auf rund 461 Millionen Baht zurück.

Wenn man das mit den Chinesen vergleicht – fast elf Millionen Besucher und Einnahmen in Höhe von über 543 Millionen Baht – geben diese enttäuschend wenig aus. Wenn die Zahl der Europäer, die in Thailand Urlaub machen, nur um ein paar Prozentpunkte angehoben werden könnten, würde Thailand einen großzügigen Gewinnanstieg erzielen. Leider ist das leichter gesagt als getan.

Thailands Tourismusplaner und Branchenführer zogen es vor, sich in den asiatischen Reiseboom zu flüchten und den europäischen Markt aus den Augen zu verlieren. Wenn man sich die Statistiken für Europa ansieht, so ist Russland die einzige europäische Nation, die der Tourismusbranche ein positives Wachstum bescherte, während die 13 anderen europäischen Märkte mit Einnahmeverlusten abschlossen.

Auf der Seite der Touristenankünfte in 14 Ländern, die vom Ministerium für Tourismus und Sport ermittelt wurden, lieferten 2019 nur fünf Länder positive Besucherergebnisse.

Großbritannien, einst ein leuchtender Stern für den thailändischen Tourismus, verzeichnete ein Wachstum bei der Touristenanzahl von nur 0,73 Prozent. Spanien erzielte mit immerhin 3,92 Prozent die höchste Wachstumsrate. Deutschland war traditionell immer einer der stärksten Märkte in Europa. Hier sank die Besucheranzahl um 3,28 Prozent. Die Umsätze der Schweizer, immer ein gesunder Nischenmarkt, fielen um 7,88 Prozent.

Über den rückläufigen Tourismus aus Europa ist in den letzten Jahren wenig gesagt worden, was darauf hindeutet, dass die Schuld nicht gänzlich auf die jüngsten Wechselkursschwankungen, den Brexit oder eine sich abschwächende EU-Wirtschaft zurückzuführen ist.

Es ist nicht so, dass die thailändische Tourismusbranche Europa ignoriert. Die größten Werbebudgets und -ausgaben flossen mit der Teilnahme an der ITB in Berlin und der WTM in London zusammen mit einer Vielzahl anderer Travel Marts, Konferenzen, TV-Kampagnen und Roadshows, die sich sehen lassen können, nach Europa.

Trotz dieser Kampagnen und der erheblichen Investitionen in die Aufrechterhaltung eines teuren Netzes von Niederlassungen der thailändischen Tourismusbehörde TAT in ganz Europa, konnten die massiven Summen, die in den letzten fünf Jahren ausgegeben wurden, den negativen Trend, der sowohl Besucheranzahl als auch Umsatz betrifft, nicht umkehren.

Übersetzung eines englischsprachigen Artikels aus thaivisa.com.
Erschienen in der TIP-Ausgabe 2020-3.
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