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Inder nach Phuket

Die sino-portugiesischen Häuser nach der Sanierung. – Foto: Pixabay

Immer mehr indische Touristen möchten Phuket besuchen, aber begrenzte „Slots“ am Flughafen machen das unmöglich.

Für viele indische Touristen ist die beliebte Ferieninsel Phuket in letzter Zeit attraktiver als je zuvor. Innerhalb von vier bis fünf Stunden können sie direkt von Indien aus zur „Perle der Andamanensee“ fliegen, ohne in der Hauptstadt Bangkok oder in anderen Ländern wie Singapur oder Malaysia eine Zwischenlandung einlegen zu müssen.

Seit Oktober vorletzten Jahres bieten indische Billigfluggesellschaften Direktflüge zwischen Phuket und drei großen Städten an – von Neu-Delhi, Mumbai und Bangalore. Das Ergebnis ist ein großer Anstieg der Zahl indischer Besucher auf der beliebten thailändischen Ferieninsel – von rund 61.000 im Jahr 2017 auf mehr als 236.000 in den ersten neun Monaten des Jahres 2019.

Die wichtigsten Akteure der thailändischen Tourismusbranche gehen davon aus, dass die Zahl der Direktflüge zwischen Phuket und anderen indischen Städten von indischen Fluggesellschaften weiter steigen wird. Trotz der wachsenden Nachfrage kann der Flughafen auf der Insel, der eine Landebahn hat, nur eine begrenzte Anzahl von Direktflügen zwischen Indien und Phuket abfertigen.

„Der indische Markt wächst sehr schnell und Direktflüge haben großen Einfluss gehabt. Sie erleichtern den Menschen das Reisen. Reisende möchten heutzutage keinen Zwischenstopp mehr einlegen. Das Problem sind jedoch die begrenzten Slots auf dem Flughafen von Phuket“, sagte Bhummikitti Ruktaengam, Präsident des Tourismusverbandes Phuket.

Derzeit werden wöchentlich 33 Flüge von Indigo und Go Air, eine der am schnellsten wachsenden Fluggesellschaften der Welt, durchgeführt.

Für die lokalen Unternehmer stellen die begrenzten Slots eine Herausforderung dar, die einer anfälligen Industrie schaden könnten, die nach der Bootstragödie, bei der im vorvergangenen Jahr 47 Chinesen ums Leben kamen, zuletzt unter einem Rückgang der chinesischen Touristen gelitten hat.

Seit 2018, als die Regierung ein vorübergehendes System zur Befreiung indischer Touristen von der Visumpflicht bei der Ankunft einführte, ist ein deutlicher Anstieg der indischen Besucher auf der Ferieninsel zu verzeichnen.

Aufgrund des Einkommensverlustes durch das Ausbleiben der Chinesen haben die Geschäftsleute in Phuket die Inder mit offenen Armen empfangen.

„Es haben so viele neue indische Restaurants eröffnet, und es werden weitere folgen, auch Bollywood-Bars und -Clubs“, sagte Divan Mydeen, der drei Restaurants im beliebten Strandbereich von Patong besitzt.

Im Vergleich zu vor ein paar Jahren bietet Patong nun mehr Dienstleistungen für den wachsenden indischen Markt – von Bollywood-Clubs und -Bars bis hin zu indischen Restaurants. Touristen – Inder oder andere – kommen oft zu Unterhaltungsveranstaltungen in Patong, wo sie zu Hindi-Musik tanzen oder indische Bauchtanzshows sehen können.

„Direktflüge aus Indien helfen unserem Restaurant, aber die Konkurrenz ist auch groß“, sagte Sudarat Panmeesee vom Kohinoor Indian Restaurant in Patong.

Eines davon ist das Madras Café in Mydeen, in das täglich etwa 1000 Gäste strömen. Das Unternehmen hat kürzlich ein drittes Lokal in der Nähe von Patong Beach eröffnet, da die Zahl der indischen Besucher weiter steigt.

„Die Zunahme ist dramatisch“, sagte Mydeen. „Die Zahl unserer Gäste ist nach der Befreiung von der Visumgebühr um 30 bis 40 Prozent gestiegen.“

Nach den Chinesen die Inder

Der rasche Anstieg der indischen Touristenzahlen in Phuket kam zum richtigen Zeitpunkt. Seit dem vorletzten Jahr hat die Insel einen dramatischen Wandel erlebt.

Am 5. Juli 2018 kenterte Phoenix PC Diving – ein Touristenboot mit 89 Touristen und zwölf Besatzungsmitgliedern – bei einem Sturm und sank. 47 chinesische Touristen starben, darunter Eltern, Kinder und Senioren. Allesamt Touristen aus China. Es handelte sich um eine der schlimmsten Katastrophen auf See in der Geschichte Thailands, die weitreichende Folgen hatte.

China mag immer noch die größte Besucherquelle für Phuket bleiben, aber eine große Anzahl von Chinesen entscheidet sich für andere Reiseziele wie Burma, Kambodscha und Vietnam. Im ersten Halbjahr 2019 wiesen die Daten der Immigration Phuket einen Rückgang chinesischer Touristen um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf.

„Der chinesische Markt in Phuket wandelt sich von großen Reisegruppen zu Individualreisenden, und das ist sehr gut. Trotzdem muss die Zahl dieser Touristen die ausbleibenden Reisegruppen noch kompensieren, sagte Bhummikitti.

„Daher haben wir nach Ersatzmärkten Ausschau gehalten, die in der Nähe von Thailand liegen müssen und nicht mehr als vier bis fünf Flugstunden entfernt sein dürfen. Einer von ihnen ist Vietnam und der andere ist Indien“, fügte er hinzu. „Go Air ist sehr aktiv und möchte Direktverbindungen in mehr Städte anbieten.“

Trotz der Einschränkungen ist der indische Markt im vergangenen Jahr exponentiell gewachsen. Im Jahr 2017 verzeichnete die Immigration in Phuket 60.984 indische Besucher. Die Zahl stieg 2018 auf 95.207. Zwischen Januar und September letzten Jahres stieg die Zahl der Besucher aus Indien auf 236.321. Laut des Touristenverband Phuket sollte die Zahl bis Ende Dezember 2019 300.000 erreichen. Das wären dann innerhalb eines Jahres über 200.000 indische Touristen mehr.

„Der indische Markt ist noch in einem frühen Stadium. Die Inder entdecken Phuket noch. Insgesamt glauben wir, dass sie einen Beitrag zur lokalen Konjunktur leisten werden. Einige haben möglicherweise nicht so viel Geld, aber für die Luxusgruppe sind die Geldmittel unbegrenzt“, sagte Bhummikitti.

Die örtlichen Tourismusunternehmen sind jedoch besorgt. Wenn Indien auf dem Flughafen bald keine Slots mehr zur Verfügung stehen, könnte Phukets Wirtschaft die Gelegenheit verpassen, zu wachsen und sich von den fehlenden chinesischen Reisegruppen zu erholen.

„Die Luftfahrtindustrie hat ihre eigenen Gesetze, ob es sich um den Auslastungsfaktor, die Frachteinnahmen oder was weiß ich handelt. Wir verstehen das. Aber je schneller die Leute hierher fliegen können, desto besser“, sagte Bhummikitti.

„Alle lieben Thailand“

In der Altstadt von Phuket schlendern immer häufiger indische Familien durch die farbenfrohen Straßen und stöbern nach Kleidern, Taschen und Souvenirs in chinesisch-portugiesischen Geschäftshäusern, die mehr als 100 Jahre alt sind. Viele von ihnen wurden renoviert. Die wachsende Präsenz der Inder wird von Ladenbesitzern und Lebensmittelhändlern mehr als begrüßt, da dies eine Umsatzsteigerung bedeutet.

„Indische Touristen besuchen oft meinen Souvenirladen. Sie mögen Ganesha-Statuen. Am Wochenende kommen etwa 200 indische Kunden“, sagte Piriya Shinnawong aus einem der Souvenirläden in der Altstadt.

Für viele indische Touristen ist Phuket ein neues Reiseziel, das sie erkunden können.

„Wir waren schon einmal in Thailand, aber unsere Eltern waren noch nicht in Phuket. Diesmal haben wir sie also mitgebracht“, sagte die 40-jährige Touristin Tanu Jain aus Neu-Delhi.

„Alle lieben Thailand. Es liegt in der Nähe, ist leicht zu erreichen und macht Spaß. Wir mögen die Atmosphäre. Früher war es schwierig, hier vegetarisches Essen zu finden, aber jetzt nicht mehr so sehr. Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten für Inder“, fügte sie hinzu.

Nach Angaben der thailändischen Tourismusbehörde TAT waren im vorvergangenen Jahr mehr als 1,46 Millionen Besucher Inder, und mehr als die Hälfte von ihnen reiste zum ersten Mal nach Thailand. Die beliebtesten Ziele waren Bangkok, Pattaya und Phuket.

Während ihres Aufenthalts im Land gab diese Gruppe von Touristen mehr als 480 Millionen Dollar für Einkauf und 732 Millionen Dollar für Aktivitäten aus wie Essen, Wellness, Strandurlaub und Abendunterhaltung.

„Die Chinesen leisten nach wie vor den größten Beitrag zu unserer Wirtschaft, doch ihr Marktwachstum ist in diesem Jahr nur leicht gestiegen. Inzwischen wächst der indische Markt sehr schnell. Er dürfte 2019 zu den fünf oder sechs Märkten mit dem größten Umsatz gehören, weil er wirklich boomt“, sagte Bhummikitti.

Laut dem Präsidenten des Tourismusverbandes Phuket wird die Ferieninsel in naher Zukunft mehr Produkte und Dienstleistungen anbieten können, die ausschließlich den wachsenden indischen Markt bedienen.

„Unsere Aufgabe ist es, Fluggesellschaften so lange wie möglich zu ermöglichen, direkt nach Phuket zu fliegen, um den Markt anzukurbeln. Sonst wird es schwer für uns.“

Übersetzung eines englischsprachigen Artikels aus thaivisa.
Erschienen in der TIP-Ausgabe 2020-1.
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