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Hilfe für Streetfood

Streetfood, Bangkok Foto: Pixabay

Mit einem Projekt soll die Hygiene von Streetfood verbessert werden ohne dass diese ihren Charme einbüßt.

Bangkoks Streetfood-Szene sorgte zuletzt immer wieder für Schlagzeilen, jedoch leider nicht wegen der Küche, die dort häufig angeboten wird. Putsch mit dem Militär im Rücken mit einer Kampagne unter dem Motto „Rückgabe der Bürgersteige an Fußgänger“ begonnen hatte.

Dieser Aktionsplan umfasste unter anderem das Vertreiben von Straßenhändlern von bestimmten Orten in allen 50 Bangkoker Bezirken.

Berühmte Streetfood-Stände auf der Straße, darunter einige bekannte Orte in der Phahon Yothin Road, Soi Sukhumvit 38 oder Saphan Lueng auf der Rama IV. Road, wurden geräumt.

Als positiv wurde vermeldet, dass nach Sonnenuntergang viel Platz auf den Bürgersteigen war. Doch hat man einen Grund, auf diesen unterwegs zu sein, wenn nichts mehr da ist? Viele Einwohner, Medien und Stadtplaner und nicht zuletzt Touristen beklagten einen Verlust von Bangkoks Charme, denn zur Hauptstadt gehört Streetfood genauso wie die berühmten Tempel.

Neben dem Tourismussektor beunruhigte das Verschwinden von Streetfood auch einige politische Entscheidungsträger und Wirtschaftswissenschaftler.

In wirtschaftlicher Hinsicht war oder ist Streetfood in Thailand ein Touristenmagnet. CNN ernannte Bangkok sowohl 2016 als auch 2017 zur weltweit führenden Stadt für Streetfood. Als Teil der Schattenwirtschaft bietet Streetfood Arbeitsplätze für einkommensschwache Menschen und den Einwohnern der Stadt eine erschwingliche Quelle für leckeres Essen.

Ungeachtet dessen ist es unbestreitbar, dass die Straßenstände ihre Hygiene- und Umweltpraktiken anpassen müssen.

Der jüngste Versuch, Straßenverkäufern bei der Modernisierung zu helfen, ist ein Pilotprojekt, das vom King-Mongkut-Institut für Technologie Ladkrabang (KMITL) durchgeführt wurde.

Auf einer Veranstaltung stellte das KMITL das innovative Projekt in Bezug auf die Verbesserung des Straßenverkaufs vor.

Während der Kampagne wurden innovative Designs für die Straßenkarren gezeigt. Darunter befanden sich ein Obstverkaufswagen zur Verbesserung der Hygiene, ein mit Rauchfilter ausgestatteter „Moo-Ping“-Wagen (gegrilltes Schweinefleisch), ein rauchloser Grillröster und ein Roboter, der Moo Ping verkauft.

„KMITL ist bereit, sich als Institut zur Wissensvermittlung für Straßenverkäufer anzubieten. In der Tat beschäftigen wir uns mit dem Thema Lebensmittelverkauf auf der Straße, da dies ein wertvoller Teil der thailändischen Lebensmittelindustrie ist“, erklärte KMITL-Präsident Suchatvee Suwansawat.

Diese Erfindungen oder Weiterentwicklungen in Bezug auf Straßenkarren, von denen aus Lebensmittel angeboten werden, wurden in Zusammenarbeit mit den Fakultäten für Agrarindustrie, Ingenieurwissenschaften, Architektur und Marketing durchgeführt.

Suchatvee sagte, die Akademie werde Kurse für Betreiber organisieren, die ihre Geschäfte aufwerten möchten. Die Kurse umfassen Schulungen in Bereichen wie Lebensmittelhygiene, Halal-Lebensmittelstandards, Anlageberatung und E-Marketing.

„Als Nächstes wird sich KMITL mit einem Projekt zur Verbesserung der Straßenverpflegung in Yaowarat beschäftigen“, sagte er und fügte hinzu, dass dieses Projekt ein Jahr laufen und voraussichtlich im kommenden Jahr beginnen wird.

Das Projekt ähnelt den Bemühungen von KMITL, Verkäufern auf der Pad Thai Road in der Provinz Chumphon bei der Verbesserung von Standards und Hygiene zu helfen.

Stimmen aus Yaowarat

Im August dieses Jahres führte das KMITL eine Feldforschung durch, indem es Daten von Besuchern des Viertels Yaowarat, bekannt als Bangkoks Chinatown, sammelte. Das Viertel ist berühmt für seine Streetfood-Szene.

Leiterin der Kampagne war Naphatrapi Luangsakul von der Abteilung Forschung und Entwicklung am Lebensmittelindustriezentrum der Fakultät für Agrarindustrie am KMITL.

KMITL und Studenten führten eingehende Interviews mit 66 Besuchern und 23 Lebensmittelverkäufern durch.

73,6 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Yaowarat wegen Streetfood besuchten, 10,3 Prozent gaben an, in Tempeln zu beten, 10,3 Prozent kamen wegen kultureller Stätten und 4,6 Prozent wegen der Goldgeschäfte.

Jeder Befragte gab an, 200 bis 500 Baht pro Mahlzeit ausgegeben zu haben, und 60,2 Prozent von ihnen holten sich Informationen über Lebensmittel aus dem Internet. 84,3 Prozent waren abends oft im Viertel.

87 Prozent von ihnen wünschten sich, auch wenn oder gerade weil sie dort oft aßen, dass die Lebensmittelverkäufer ihre Hygienestandards und die Beschilderung verbessern würden. Sie sagten, dass die Schilder an den Seiten der Karren, welche Speisen dort verkauft werden, mehrsprachig sein sollten.

Sie wollten auch, dass eine staatlich akkreditierte Stelle regelmäßig die Lebensmittelhygiene überprüft und Zertifikate ausstellt, die die Verkäufer an ihren Karren anbringen können.

Fast 45,8 Prozent der Lebensmittelverkäufer in Yaowarat sind laut dieser Studie Familienunternehmen. Mindestens 87 Prozent der Anbieter sind Kleinunternehmer und 56,5 Prozent haben einen Hochschulabschluss.

Etwa 45,8 Prozent der in Yaowarat befragten Straßenverkäufer wünschten sich eine bessere Ausstattung wie leichte Karren mit stabilen Rädern und Energiesparlampen.

„Obwohl Untersuchungen zufolge die Verbraucher von den Anbietern verbesserte Hygienestandards fordern, wissen die Lebensmittelverkäufer selbst nicht viel über Ernährung oder hygienische Kochpraktiken“, sagte Naphatrapi.

Pad-Thai-Road in Chumphon

Laut Naphatrapi wird das KMITL die Erfahrungen, die mit der Unterstützung von Straßenverkäufern in Chumphon gemacht wurden, auf diejenigen in Yaowarat übertragen.

Letztes Jahr hat sich das KMITL mit Ernährungswissenschaftlern der Chulalongkorn-Universität zusammengetan, um mit Straßenverkäufern auf der Pad Thai Road in der südlichen Provinz Chumphon zusammenzuarbeiten.

Das Projekt wurde vom Innenministerium finanziert und lief von Januar bis September 2018. KMITL sprach mit Vertretern der Lokalbehörden in Chumphon und untersuchte die Standards für Streetfood entlang der Pad Thai Road.

„Es hat einige Zeit gedauert, eine Beziehung zu den Anbietern aufzubauen, und wir mussten geduldig sein, bis wir ihr Vertrauen verdient hatten“, sagte sie.

Zunächst registrierten sich 40 Anbieter für das Projekt, doch das Team entschied, zunächst nur 25 zu aufzunehmen. „Wir waren nur daran interessiert, mit solchen Anbietern zusammenzuarbeiten, die sich für das Lernen begeistern. Wir haben 15 aus dem Programm ausgeschlossen, weil sie zwar ihre Mitarbeiter zu Workshops geschickt haben, selbst aber nicht teilgenommen haben“, sagte sie.

Im Rahmen des Projekts überprüften Forscher der Universität Chulalongkorn und des KMITL die Hygiene- und Sicherheitsstandards in ihren Küchen und bei der Zubereitung von Lebensmitteln.

„Wir haben auch Informationen über neue Technologien zur Konservierung von Lebensmitteln ausgetauscht und vorgeschlagen, nur von der Lebensmittel- und Medikamentenaufsichtsbehörde zugelassene Zutaten zu verwenden“, sagte sie.

KMITL hat für diese Anbieter auch Lebensmittelkarren entwickelt, die mehr Platz bieten und einfacher zu reinigen und zu transportieren sind. Bei einigen wurden auch Ventilatoren installiert.

Die Rezepte wurden ebenfalls verbessert, um den Geschmack und den Nährwert zu verstärken und gleichzeitig die verschiedenen Zutaten wie Bai Leang beizubehalten, das ist ein lokales Gemüse, das häufig in der würzigen thailändisch-südländischen Küche verwendet wird.

Die Forscher halfen auch dabei, neue und einzigartig exotische Früchte für Lebensmittelverkäufer einzuführen, wie beispielsweise die Malacca Queen (Sawee). Das ist eine spezielle Ananassorte, die nach dem Bezirk Sawee in der Provinz Chumphon benannt ist.

Naphatrapi sagte, es sei nötig, dass im Viertel Yaowarat die BMA mit verschiedenen Behörden zusammenarbeitet, damit die Straßenverkäufer merken, wie wichtig es ist, das Projekt zu verwirklichen.

„Wir werden kulinarische Kurse für Interessierte einrichten und Innovationen anbieten, um den Charme und die Sicherheit von Streetfood zu verbessern.

Nach Abschluss des Kurses stellen wir ein Zertifikat aus, das Touristen zuversichtlicher machen soll, was Hygiene und Geschmack betrifft, wenn sie Streetfood in Yaowarat probieren.

Das Projekt wird gelingen, solange nur alle miteinander kooperieren“, fügte sie abschließend hinzu.

Übersetzung eines englischsprachigen Artikels aus der Bangkok Post.
Erschienen in der TIP-Ausgabe 2019-12.
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