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Neuer Flughafen auf dem Prüfstand

Foto: Wikipedia

Die Bewohner von Nakhon Pathom befürchten, dass ein ehrgeiziges Projekt das Leben der Menschen zerstören wird.

Zusammen mit dem signifikanten Wachstum in der Tourismusbranche in den letzten fünf Jahren hat die Expansion des Luftverkehrs die Kapazität der gegenwärtigen Infrastruktur überschritten.

Die beiden Bangkoker Flughäfen Suvarnabhumi und Don Mueang bedienen jährlich 35 Millionen Passagiere und sind überlastet.

Überfüllte Terminals und lange Warteschlangen sind an beiden Flughäfen weit verbreitet, während die Zeitfenster (Slots) der Fluggesellschaften voll ausgebucht sind, ohne dass mehr Flüge möglich sind.

Die Überkapazitäten stellen jeden Tag eine Herausforderung dar und gefährden die Fähigkeit der Tourismus- und Luftfahrtindustrie, dem Land alle Vorteile zu bieten, die normalerweise möglich wären.

Ein neues Gateway

Um die Staus an den beiden Gateways der Hauptstadt zu lindern, hat die Flughafenbehörde des Verkehrsministeriums den Bau eines neuen Flughafens in Nakhon Pathom, einer im Westen von Bangkok angrenzenden Provinz mit einer geschätzten Investition von 20 Milliarden Baht vorgeschlagen.

Das Projekt hat jedoch gemischte Reaktionen hervorgerufen. Einige Anwohner, die ihr Land verlieren werden, befürchten, dass ihre Lebensgrundlage zerstört wird.

Laut dem stellvertretenden Generaldirektor der Abteilung, Jaroon Meesomboon, soll der neue Flughafen auf einem 3500 Rai großen Gebiet entstehen, das sich über die Bezirke Bang Len und Nakhon Chaisi erstreckt.

Verschiedene Gruppen zeigten großes Interesse an dem neuen Projekt, da es hier eine hohe Wirtschaftsrendite von mehr als 20 Prozent geben soll.

Der Plan sieht vor, dass die Regierung die Kosten für die Landaneignung übernimmt, während private Partner die Anlage bauen und betreiben.

Der Bau wird voraussichtlich vier Jahre dauern, und die Zahl der Passagiere im ersten Jahr nach Eröffnung wird auf über eine Million geschätzt.

Die Studie zum Bauplan des Flughafens Nakhon Pathom wird derzeit analysiert und die Ergebnisse werden an den Nationalen Rat für wirtschaftliche und soziale Entwicklung weitergeleitet, bevor der Vorschlag ans Kabinett geht.

Nach der Genehmigung durch das Kabinett wird der Bau voraussichtlich im Jahr 2023 beginnen, und der kommerzielle Betrieb wird für 2025 oder 2026 erwartet. Der Flughafen kann bis zu 25 Millionen Passagiere pro Jahr befördern, wenn alle geplanten Bauphasen des Flughafens abgeschlossen sind.

In der ersten Phase wird der Flughafen Nakhon Pathom für Charterflüge, Hubschrauber und Flugzeuge mit zivilen Aufgaben wie Lufterkundung ausgelegt sein.

Schließlich wird der Flughafen Flugzeuge mit 80 bis 100 Sitzplätzen zwischen Bangkok und den Provinzen bedienen, um die Überlastung der Flughäfen Suvarnabhumi und Don Mueang zu verringern.

Ein idealer Standort

Nakhon Pathom ist aufgrund seiner Lage und des umfassenden Straßennetzes westlich von Bangkok ein idealer Standort für das neue Flughafenprojekt, so die Flughafenbehörde.

Die Provinz ist nur etwa 50 Kilometer von den Innenstadtbezirken Bangkoks entfernt.

Sie verfügt über ein umfassendes Straßennetz, zu dem die Autobahn Bang Yai-Kanchanaburi, die äußere Ringstraße und die Autobahn Chonburi-Saraburi-Nakhon Pathom gehören.

Der Airport in Nakhon Pathom wird der vierte Flughafen sein, der die Region um Bangkok bedient.

Während Bangkok von den Flughäfen Suvarnabhumi und Don Mueang angeflogen wird und der Flughafen U-Tapao in der Provinz Rayong nahe Pattaya einer umfassenden Modernisierung unterzogen wird, ist ein Hochgeschwindigkeitsbahnsystem geplant, das die drei Flughäfen miteinander verbinden soll.

Neben Inlandsflügen könnte der neue Flughafen nach Angaben der Behörde auch Strecken in ASEAN-Länder anbieten.

Anzeichen von Widerstand

Laut einer Studie der Flughafenbehörde weist das Projektgebiet eine vergleichsweise geringe Bevölkerungsdichte auf: 200 Haushalte auf 400 Grundstücken.

Während der Erwerb des Landes keine große Herausforderung darstellt, sind die Bewohner besorgt, Häuser, Ackerland und Lebensgrundlage zu verlieren. Sie befürchten Landraub durch Spekulanten.

Sukho Phetkasem, ein Dorfvorsteher im Bezirk Bang Len, hat Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Umwelt und die Lebensgrundlage geäußert, da der Projektstandort Wohn- und Ackerland umfasst.

„Das Projekt wird vorangetrieben, ohne die Anwohner angemessen darüber zu informieren, wie sie betroffen sein werden oder welche Maßnahmen geplant sind, um die Auswirkungen zu mildern“, sagte er.

Derzeit finden öffentliche Anhörungen statt, um Meinungen zum Projekt zu sammeln.

„Wir wollen unser Land nicht verlassen. Umsiedlungen sind eine große Sache, da sie sich auf unsere Arbeit und unseren Lebensunterhalt auswirken. Die Einheimischen sind nervös. Was werden sie tun, nachdem sie umgesiedelt sind? Es gibt überhaupt keinen Plan. Sie sind nur hier, um über ihr Projekt zu reden, kein Wort fällt darüber, inwieweit die Anwohner betroffen sein werden“, sagte er.

Er fügte hinzu, dass die Grundstückspreise in die Höhe schnellen und einigen Eigentümern zwei bis fünf Millionen Baht pro Rai angeboten werden.

Dorfbewohner Hansa Prakobboon sagte, die örtliche Öko-Tourismus-Industrie im Bezirk Nakhon Chaisi wäre während des Baus und danach ernsthaft von dem neuen Flughafen betroffen.

Hansa sagte, er habe gehört, dass viele Menschen, die ihr Land verlassen mussten, um Platz für die Autobahn Bang Yai-Kanchanaburi zu machen, trotz eines Zeitraums von drei Jahren noch keine Entschädigung erhalten haben.

Bildung einer Allianz

Natthawat Chan-in-ngam, Leiter der Naturschutzgruppe Tha Chin River, sagte, die Bewohner werden sich mit Umwelt- und Gesundheitsexperten und Ökonomen bei der Prüfung des Flughafenprojekts zusammenschließen.

Er sagte, die Prioritäten der Gruppe seien die Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit, und sie werden sich auf die Studie zur Bewertung der Gesundheit und der Umwelt konzentrieren, die noch veröffentlicht werden muss.

„Wir werden auch eine wirtschaftliche Einschätzung unserer Gemeinden vornehmen. Wenn sie einen Wert von über einer Milliarde Baht haben, ist der Bau eines Flughafens mit einem Jahresgewinn von 300 bis 400 Millionen Baht wirtschaftlich nicht sinnvoll“, sagte er.

Natthawat sagte, die Gruppe werde auch das Umweltministerium um Unterstützung bitten, um die Einstellung des Projekts zu erwirken.

Die Gruppe bereitet sich aber auch auf das Schlimmste vor.

Wenn sie verliert und das Projekt voranschreitet, sorgen sie dafür, dass die von der Entwicklung Betroffenen eine angemessene Entschädigung erhalten, die die Kosten für Verdienstausfall einschließen muss.

„Die Leute, die woanders angesiedelt werden, sollten in den ersten fünf Jahren zusätzlich zu den Rehabilitationsmitteln finanzielle Unterstützung für Verdienstausfall erhalten. Wir werden die Regierung auch bitten, den Dorfbewohnern Land zur Verfügung zu stellen“, sagte er.

Der stellvertretende Verkehrsminister Thaworn Senneam sagte, er habe die Behörde gebeten, das Projekt zu überprüfen, nachdem die Bewohner Bedenken geäußert hatten.

„Viele Bewohner sind Mieter, keine Eigentümer, daher wird ihnen keine Entschädigung für die Landaneignung gezahlt. Deshalb habe ich um eine Überprüfung gebeten“, sagte er.

Umfrage: Leute wollen neuen Flughafen

Laut einer Meinungsumfrage von Nida Poll stimmte die Mehrheit der Befragten einem Plan zum Bau des neuen Flughafens in Nakhon Pathom zu.

Die Umfrage wurde am 12. und 13. September unter 1.273 Personen ab 15 Jahren mit unterschiedlichem Bildungs- und Berufsstand im ganzen Land durchgeführt.

Etwa 65 Prozent stimmten dem Plan zu, weil er den Bürgern in der Provinz und in nahe gelegenen Gebieten den Zugang zum Flugverkehr erleichtern und den lokalen Tourismus fördern und das Wachstum außerhalb Bangkoks dezentralisieren würde.

18 Prozent waren jedoch anderer Meinung und sagten, die Flughäfen Don Mueang und Suvarnabhumi könnten mehr Passagiere befördern. Daher sollten stattdessen Verbesserungen an den beiden Hauptflughäfen vorgenommen werden.

Die übrigen Befragten waren entweder nicht interessiert oder unsicher oder wollten sich nicht äußern.

Auf die Frage, wer ihrer Meinung nach vom Flughafen profitieren würde, wiesen 37 Prozent auf Investoren und Geschäftsleute im Zusammenhang mit der kommerziellen Luftfahrt hin.

Zu früh für eine Entscheidung

Die Erweiterungsprojekte für die Flughäfen Suvarnabhumi und Don Mueang können von Kritikern des vierten Flughafens genutzt werden, um zu hinterfragen, ob der Bau überhaupt notwendig ist.

Don Mueang geht in die dritte Phase seines Expansionsprojekts mit einem Budget von 39 Milliarden Baht. Noch befindet sich das Projekt in der Entwurfsphase, in der die Umweltverträglichkeit geprüft und ein Budgetvorschlag ausgearbeitet wird.

Wenn die dritte Ausbaustufe von den Behörden genehmigt wird, kann der Bau zwischen 2020 und 2025 beginnen und die Kapazität des Flughafens Don Mueang zur Passagierabfertigung voraussichtlich von zurzeit 30 Millionen auf dann 40 Millionen Passagiere pro Jahr erhöht werden.

Der Flughafen Suvarnabhumi, der 2006 eröffnet wurde, wird derzeit erweitert und soll laut Beobachtern 80 bis 100 Millionen Passagiere pro Jahr befördern.

Mittlerweile werden 70 Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt, weit mehr als die 45 Millionen, für die er einst ausgelegt war.

Wenn ein zweites Terminal mit 42 Milliarden Baht genehmigt wird, ist es 2022 oder 2023 für die Passagiere einsatzbereit.

Ein Informant sagte, es sei noch nicht klar, ob der neue Flughafen gebaut wird oder die Pläne in der Schublade verschwinden.

Übersetzung eines englischsprachigen Artikels aus der Bangkok Post.
Erschienen in der TIP-Ausgabe 2019-11.
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