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Wirtschaft: Der Teufelskreis hat begonnen

HausbauSind die wirtschaftlichen Aussichten für dieses Jahr besser? – Foto: TIP-Archiv

Niemand sollte überrascht sein, wenn die Regierung immer wieder gute Wirtschaftsnachrichten verkündet, beispielsweise, dass mehr Fabriken eröffnet als geschlossen werden und mehr Arbeitsplätze geschaffen werden.

Oder die Regierung ist zuversichtlich, dass die Talsohle erreicht ist und die wirtschaftlichen Aussichten für dieses Jahr besser sind. Ihre Aufgabe ist es, Hoffnung zu machen, und meine Aufgabe ist es, den Lesern ein reales Wirtschaftsbild zu vermitteln, schreibt Kolumnist Chartchai Parasuk.

Die Informationen sind korrekt, aber leider stimmen ihre Narrative nicht mit den realen Zahlen überein. Und immer daran denken: Zahlen lügen nie.

Die Registrierung neuer Fabriken überschreitet vielleicht die Anzahl der Schließungen. Fakt ist aber, dass Fabriken immer weniger produzieren. Nach dem Produktionsindex der Bank of Thailand produzierten die Fabriken in Thailand im ersten, zweiten und dritten Quartal 2019 1,2 Prozent, 2,5 Prozent und 4,3 Prozent weniger als im jeweiligen Vergleichszeitraum 2018.

Darüber hinaus ist die Kapazitätsauslastung der Fabriken von 69,9 Prozent im Jahr 2018 auf 63,7 Prozent im Oktober 2019 gesunken. Das Industrieministerium könnte zu Recht sagen, dass neue Fabriken entstehen. Den Zahlen zufolge warten jedoch noch mehr leere Fabriken darauf, aufgegeben zu werden. Daher wird sich die Hoffnung auf neue Arbeitsplätze nicht erfüllen.

Die Erwartung einer besseren wirtschaftlichen Zukunft in diesem Jahr wird nur in den Träumen der Regierung stattfinden – wie alle sogenannten Frühindikatoren im Übrigen andeuten.

Der erste Frühindikator sind die Investitionen. Die Logik ist einfach. Investition führt zu mehr Produktion. Mehr Produktion führt zu mehr Verbrauch. Mehr Verbrauch bedeutet höheres Wachstum.

Unter erneuter Berücksichtigung der Zahlen der Bank of Thailand ging der Indikator für Privatinvestitionen im ersten Quartal 2019 um einen Prozentpunkt zurück, im zweiten Quartal 2019 um weitere 3,2 Prozent und im dritten Quartal 2019 um 3,1 Prozent. Bei schrumpfenden Investitionen kann niemand ein höheres Wirtschaftswachstum erwarten. Selbst mit einem positiven Investitionswachstum von 3,5 Prozent im Jahr 2018 war das letzte Jahr ein schlechtes Wirtschaftsjahr, da ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von weniger als 2,5 Prozent prognostiziert wurde.

Und welche Art von BIP-Wachstum könnte man 2020 erwarten mit einem durchschnittlichen negativen Investitionswachstum von minus 2,4 Prozent in den ersten drei Quartalen 2019? Besser wird es da jedenfalls nicht.

Warum fallen die Wirtschaftsindikatoren von Quartal zu Quartal? Das nennt man den Teufelskreis des Wirtschaftswachstums. Der folgt einem Zyklus.

In einer Volkswirtschaft gibt es drei miteinander verbundene Märkte: den Finanzmarkt, den Produktmarkt und den Arbeitsmarkt. Der Finanzmarkt stellt den Produzenten Mittel zum Produzieren und den Konsumenten zum Konsumieren zur Verfügung. Wenn die Produzenten die notwendigen Mittel erhalten und sie sicher sind, dass die Verbraucher Geld haben, um ihre Produkte zu kaufen, produzieren sie.

Eine höhere Produktion von Waren und Dienstleistungen führt zu einem höheren BIP-Wachstum. Der letzte und wichtigste Teil des Zyklus ist der Arbeitsmarkt. Natürlich braucht jede Produktion von Gütern und Dienstleistungen Arbeitskräfte. Ein höheres Produktionsniveau bedeutet ein höheres Einkommen für die Arbeitnehmer. Höhere Arbeitnehmereinkommen speisen Geld in Form von Ersparnissen in den ersten Teil des Zyklus ein – den Finanzmarkt. Wenn jeder einzelne Markt gesund ist, läuft der Konjunkturzyklus reibungslos, und die Menschen in dieser Wirtschaft führen ein glückliches Leben.

In der heutigen Wirtschaftsgeschichte ereignen sich die meisten Wirtschaftskrisen auf dem Finanzmarkt. Ein Paradebeispiel ist die Asienkrise 1997, die in Thailand ihren Anfang nahm. Die Finanzkrise zerstörte den gesamten Konjunkturzyklus durch die Verknüpfung der drei Märkte, und am Ende brach die thailändische Wirtschaft zusammen. Die Lehman-Brothers-Krise von 2008 hätte die US-Wirtschaft zerstört und die Weltwirtschaft in den Abgrund gerissen, wenn das Schlimmste nicht verhindert worden wäre.

Um den Finanzmarkt zu retten, hat das Federal Reserve Board innerhalb eines Jahres eine Billion US-Dollar in den Markt gepumpt und die inländischen Zinssätze von fünf Prozent auf fast 0 Prozent gesenkt. Das Werkzeug, das den US-Finanzmarkt rettete, war die quantitative Lockerung. Die musste dreimal implementiert werden, bevor der gesamte Zyklus oder die drei Märkte gerettet wurden.

Für das heutige Thailand beginnt die Krise wahrscheinlich auf dem Produktionsmarkt und nicht auf dem Finanzmarkt wie 1997. Vielleicht erinnern Sie sich an die Krise von 1997. Davor gab es keine Störung des BIP-Wachstums. Thailand gehörte mit einem jährlichen BIP-Wachstum von über sieben Prozent zu den asiatischen Tigerstaaten, wie sie damals genannt wurden.

Es gab keine Anzeichen einer Krise, weil diese nicht auf dem Produktionsmarkt eingesetzt hat und es keine Warnung für einen möglichen Rückgang des BIP gab. Ebenso sehen wir jetzt keine Anzeichen von Schwierigkeiten im Finanzsektor. Die Banken sind immer noch recht profitabel, das Kapital ist reichlich vorhanden und die faulen Kredite scheinen überschaubar.

Die thailändische Zentralbank ist demnach zufrieden. Es gibt jedoch deutliche Anzeichen für Schwierigkeiten auf dem Produktionsmarkt, da der Sektor immer weniger Waren produziert oder Dienstleistungen anbietet. Die Hersteller sind nicht zufrieden.

Alle drei Märkte – Finanz-, Produkt- und Arbeitsmarkt – sind miteinander verbunden, um den Konjunkturzyklus zu bilden. Wenn ein Markt zusammenbricht, bricht die gesamte Wirtschaft zusammen. Vor den Anzeichen auf dem Finanzmarkt würde eine Krise – wie Dürre, Überschwemmung, langer Winter oder Krankheit – zuerst den Produktmarkt treffen. Ein neueres Beispiel für einen wirtschaftlichen Zusammenbruch infolge einer Produktmarktkrise ist Venezuela.

Wenn man auf Wirtschaftsdaten vertraut, nicht auf Narrative, die eine zu rosige Sicht der Dinge zeigen, ist klar, dass der Teufelskreis im verarbeitenden Gewerbe bereits begonnen hat. In Kürze werden die Produktionsstörungen durch die zu erwartende schwere Dürre in diesem Jahr auf den Agrarsektor übergreifen.

Ein starker Baht schadet auch der wertvollen Tourismusindustrie. Alle drei Teilsektoren – Landwirtschaft, verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen – des Produktmarktes befänden sich dann in einer Krise. Eine schrumpfende Produktion von Gütern und Dienstleistungen bedeutet eine schrumpfende Nachfrage nach Arbeitskräften. Der Arbeitsmarkt wird sich wiederum in einer Krise befinden, die auf Arbeitslosigkeit und Einkommensverluste zurückzuführen ist.

Die Farmer und Arbeiter sind aber Verbraucher. Wenn weniger Geld von ihnen in den Finanzsektor fließt, würde auf dem Finanzmarkt nicht genügend gespart. Das ist jedoch kein zentrales Problem für den Finanzsektor, da der Sektor bereits mit überschüssiger Liquidität überschwemmt ist.

Das Hauptproblem ist vielmehr eine wahrscheinliche rasche Verschlechterung der Kreditqualität. Die notleidenden Kredite werden wie im Fall von Lehman Brothers zu einer Krise im Finanzsektor führen.

Wenn der Teufelskreis nicht rechtzeitig gestoppt wird, wissen Sie, was passieren wird. Man muss nur zurückblicken, um es herauszufinden.

Übersetzung eines englischsprachigen Artikels aus der Bangkok Post.
Erschienen in der TIP-Ausgabe 2020-1.
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