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Keine Abzocke ausländischer Touristen!

Tuk-Tuk, PhuketFoto: C. A. Collins

Der Premierminister warnte, dass der Ruf von Phuket als Touristenziel auf dem Spiel steht, wenn die Einheimischen nicht aufhören, ausländische Besucher abzuzocken.

Seine Botschaft wurde von General Werachon Sukondhapatipak, einem Mitglied des Arbeitsausschusses des Premierministers, an die Öffentlichkeit weitergeleitet.

General Werachon sagte, dem Premierminister sei eine Anzeige bei der Polizei bekannt gemacht worden, die von zwei australischen Touristinnen eingereicht worden sei, wonach ihnen ein Kleinbusfahrer 3000 Baht für die 50 Kilometer lange Fahrt vom Flughafen Phuket zu ihrem Hotel in der Gegend von Kata in Rechnung gestellt habe.

Die Geschichte wurde in den sozialen Medien eifrig verbreitet.

General Weerachon zitierte General Prayuth mit den Worten, die Regierung arbeite hart daran, den Tourismus zu fördern und Thailand zu einem Weltklasse-Reiseziel zu machen. Phukets Wirtschaft profitiere davon.

Doch wenn die Leute darauf beharren, ausländische Besucher ungerechtfertigt auszunutzen, hätte dies negative Auswirkungen auf die Thais, auf Phuket und ganz Thailand, zitierte er General Prayuth.

Der Ermittler Techin Deethong-orn hatte sich an den Kleinbusfahrer gewandt, um eine Einigung zwischen den beiden Seiten zu erzielen.

Prapai Suankool, der Leiter der Transport Technical Group des Phuket Provincial Land Transport Office, sagte, dass das Polizeirevier Karon und die Transport Technical Group das Treffen organisiert hatten. Zu einer Einigung sei es aber zunächst nicht gekommen.

Er sagte, es gebe viele Schilder, in denen die Tarife für Touristen angegeben seien. Der Preis sei jedoch vom Fahrzeugtyp abhängig. Es gibt keine festen Tarife für Taxis. Es sei in der Regel Sache der Fahrer und Passagiere, sich auf einen Fahrpreis zu einigen, sagte er.

Touristen werden normalerweise zwischen 1600 und 2000 Baht für eine Fahrt vom Flughafen zum rund 50 Kilometer entfernten Kata Beach berechnet, sagte Prapai.

Schließlich belegten die Behörden den Fahrer des Kleinbusses mit einer Geldstrafe von 2000 Baht. Nicht weil er Touristen abzockte, sondern weil er sie an einer Stelle abholte, an der er sich mit seinem Fahrzeug gar nicht hätte aufhalten dürfen.

Es ist keineswegs falsch, dass der Premierminister einschreitet. Das einzige Problem ist jedoch, dass es etwas zu spät dafür ist. Außerdem ist die Ausbeutung von Touristen auf der Ferieninsel (manche sagen „Pirateninsel“) tief verwurzelt und keineswegs nur auf den Verkehrssektor beschränkt.

Und auch nicht nur auf Phuket. Tatsächlich ist es für die meisten – wenn nicht alle – touristischen Provinzen typisch. Der Premierminister muss da nicht sehr lange suchen. Bangkok ist auch dafür berüchtigt, Touristen zu übervorteilen.

Taxifahrer, die sich gegen App-basierte Konkurrenten wehren, denen sie vorwerfen, ihre Kunden zu stehlen, sind für ihre schmutzigen Tricks bekannt.

Dazu gehört, dass einheimische Passagiere abgelehnt werden, wenn Ausländer sie ansprechen. Sie schalten dann das Taxameter nicht ein, sondern vereinbaren einen exorbitant hohen Festpreis und hoffen, damit davonzukommen. Tatsächlich finden sogar einige Fahrer, die sich bereit erklären, das Taxameter zu verwenden, trotzdem Möglichkeiten, um ihre unwissenden Passagiere über den Tisch zu ziehen.

Erst vorletzten Monat fuhr ein ausländischer Tourist mit dem Taxi vom Flughafen Suvarnabhumi in das Viertel Khao San Road und stellte bei Ankunft verblüfft fest, dass der Fahrpreis auf dem Zähler bei 4000 Baht lag. Dieses Taxi war bei den Flughafenbehörden registriert worden. Fahrgäste verließen sich daher auf die Ehrlichkeit des Fahrers.

Der gestand später gegenüber der Polizei, dass er sein Taxi illegal mit einem „Turbometer“ ausgestattet habe.

Wenn das doch schon alles wäre. Ist es aber nicht. Es gibt den Tuk-Tuk-Betrug (Der Grand Palace ist heute geschlossen), es gibt den Betrug mit dem Ausflugsboot, den Betrug beim Einkaufen und die doppelten Preise (ein Preis für Thais, ein Preis für Ausländer) für viele Waren und Dienstleistungen sowie bei Eintrittsgebühren. Der Traumurlaub vieler Touristen wird auf diese Weise zu einer Enttäuschung, wenn nicht sogar zu einem Albtraum.

Einige Besucher sollten sich darüber freuen, dass sie nur übervorteilt wurden, da es auch Fälle gab, in denen selbstsüchtige Reiseveranstalter absichtlich die Sicherheitsstandards missachteten, die zum Tod oder zu Verletzungen führten.

Ein Beispiel dafür ist der Bootsunfall in Phuket vom Juli letzten Jahres, nachdem ein Reiseveranstalter die Sicherheitsvorschriften missachtet hatte, indem er trotz eines schweren Sturms und rauer See auslief. Die Phoenix sank, 47 Touristen starben, hauptsächlich Chinesen.

Der Tourismus wurde in den letzten Jahrzehnten ein immer wichtiger werdender Motor der Wirtschaft und erzielte Einnahmen in Höhe von mehreren Billionen Baht. Die thailändische Tourismusbehörde TAT hat das Land mit großem Erfolg beworben.

Im vergangenen Jahr begrüßte Thailand rund 38 Millionen Besucher, wobei chinesische Touristen die größte Gruppe waren, und die TAT sich mit 40 Millionen Touristen in diesem Jahr ein neues Ziel setzte. Die staatlichen Behörden sind zwar stolz auf die Quantität, geben sich aber nicht genug Mühe, um die Qualität zu gewährleisten.

Es gibt auch Anzeichen dafür, dass das 40-Millionen-Ziel der TAT möglicherweise schwer zu erreichen ist, da sich die Steigerung der Besucherzahlen in den letzten Monaten verlangsamt hat, falls die Zahlen in Wirklichkeit nicht sogar fallen.

So ging die Anzahl der Touristen im Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als vier Prozent auf 2,9 Millionen zurück. Laut TAT liegt dies an der schwachen Weltwirtschaft und dem starken Baht, nicht aber an der thailändischen Tourismusindustrie.

Die Überlegungen der TAT sind durchaus berechtigt, denn auch externe Faktoren spielen eine Rolle, doch es scheint auch ein großes Problem vor der eigenen Haustür zu geben – und das ist die Ausbeutung von Touristen, die fast überall im Land vorkommt.

Indem sich die TAT weigert, die Verbreitung dieses Problems anzuerkennen, das teils auch noch staatlich abgesegnet ist, ermöglicht die Behörde es selbstsüchtigen Betreibern weiterhin, die Urlauber in die Pfanne zu hauen und auszunutzen, während sie anscheinend vergessen, dass es die Pflicht der TAT ist, die Branche zu regulieren, um eine Kultur der Ehrlichkeit zu fördern, damit Touristen auch in Zukunft weiterhin gern nach Thailand reisen.

Erschienen in der TIP-Ausgabe 2019-9

 

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