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Bangkok verliert seinen Glanz

Bangkok, Khao San RoadFoto: TIP-Archiv

Bangkok hat wieder einmal wie so oft in den letzten zehn Jahren eine Auszeichnung als weltweit bestes Reiseziel erhalten. Der jüngste Erfolg ist jedoch mit einer Frage verbunden: Wird die Stadt in den kommenden Jahren die Krone behalten?

Während Bangkok traditionell für sein exotisches Streetfood und seine niedrigen Lebenshaltungskosten berühmt war, ist die Stadt der Engel mittlerweile auch berüchtigt für eine Reihe von Problemen, von Überfüllung an Flughäfen über Fahrzeugemissionen bis hin zu Lärmbelästigung und dem Abzocken von Touristen.

Trotz dieser unangenehmen Themen ist Bangkok dennoch auf den ersten Platz im jährlichen Mastercard Global Destination Cities Index gekommen. Es ist auch das vierte Jahr in Folge, dass die thailändische Hauptstadt einen Ruf genießt, der auf Faktoren wie der Zahl der internationalen Übernachtungsgäste baut, die in der Stadt gern ihr Geld ausgeben.

Angesichts der Beschwerden von Touristen und der wachsenden Besorgnis über die Umweltprobleme in Bangkok sagen Beamte und Geschäftsleute jedoch, dass sie mit dem gegenwärtigen weltbekannten Status der Stadt nicht zufrieden sein können.

Probleme

Vichit Prakobgosol, Präsident des Verbandes der thailändischen Reiseveranstalter (Atta), sagte, Bangkok müsse hart daran arbeiten, seinen Vorsprung zu behaupten, obwohl die Stadt als führendes Touristenziel immer mehr Anerkennung erlangt.

Er sagte, die Flughäfen der Stadt seien überfüllt und müssten modernisiert werden, um es für Touristen einfacher zu machen, in die Stadt zu kommen. Auch sollten sie wegen ihrer Anschlussflüge pünktlich sein.

Er warnte, dass nur die Hälfte der Touristen, die die Stadt pro Jahr besuchen, zuvor schon einmal in Bangkok war.

Um sicherzustellen, dass Touristen wiederkommen, müssten die Regierung und der Tourismussektor neue touristische Attraktionen wie einen Stadt- oder Aussichtsturm oder ein neues Wahrzeichen bauen, sagte er.

Darüber hinaus muss die Regierung aktuelle Attraktionen wie den Chao Phraya River erhalten oder sogar neu entwickeln. Er sagte, dass die Stadt auch ihre gegenwärtigen Kulturdenkmäler als neue touristische Ziele hervorheben könnte.

Laut Yuthasak Supasorn, Gouverneur der Tourismusbehörde (TAT), gefährdet die Umweltverschmutzung in Bangkok auch den Tourismus. Er sagte, die Regierung und die Stadtverwaltung müssten das Problem lösen. So sollten Bäume gepflanzt werden, damit die Besucher die Natur genießen können, anstatt nur einzukaufen oder kulturelle Ausflüge zu unternehmen.

Nachhaltiges Bangkok?

Anfang dieses Jahres befürchtete Bangkok einen Rückgang der Touristenzahlen, als die saisonale Feinstaubbelastung Rekordwerte erreichte.

Obwohl der gefährliche Dunst im März erst einmal verschwunden war, wurde die Stadt auch danach immer wieder einmal von Smog geplagt.

Der Gouverneur von Bangkok, Aswin Kwanmuang, versprach, dass die Luftverschmutzung und die Verkehrsprobleme in den nächsten Jahren nach Abschluss des Baus der Stadtbahnlinien und der Inbetriebnahme weiterer Nahverkehrszüge allmählich nachlassen werden.

Die Bangkoker Stadtverwaltung (BMA) und die Regierung arbeiten daran, die Tarife für U- und Hochbahn zu senken, um Pendlern und Touristen gleichermaßen zu helfen.

Das BMA bereitet auch Projekte vor, um Bangkok im Einklang mit der TAT-Kampagne zu einer nachhaltigen Stadt zu machen.

Unter anderem werden 100.000 große Bäume in der ganzen Stadt gepflanzt, um die Grünflächen zu vergrößern. Bangkok hat nur 6,8 Quadratmeter Grünfläche pro Person, was unter dem von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Standard von neun Quadratmetern liegt. Bisher wurden 32 Prozent der Bäume gepflanzt.

Die BMA fördert auch „unsichtbare“ neue Touristenziele, zum Beispiel die alten Stadtteile wie den Nang-Loeng-Markt, das Talat-Noi-Gebiet am Chao Phraya River und neue Routen in Kanalgemeinden wie Khlong Bang Luang im Viertel Bangkok Noi.

Gouverneur Aswin sagte, die BMA werde die Sicherheit für Anwohner und Touristen verbessern, indem sie die von 57.000 Überwachungskameras aufgezeichneten Daten mit einem Hauptkontrollraum verknüpfe. Er räumte ein, dass bislang nur 10.000 der Kameras mit der BMA verbunden sind. Die anderen 47.000 sind eigenständige Einheiten.

Erfahrungen von Touristen

Während TAT und BMA die Luftverschmutzung beseitigen und neue Wahrzeichen erschaffen wollen, ziehen Touristen aus der ganzen Welt zu alten Touristenattraktionen wie die Khao San Road. Die Straße ist für viele junge Rucksacktouristen die erste Station bei ihren Reisen durch Südostasien.

Cristina Perez, 25, und ihr Freund Marc Gonzalez, 27, beide aus Barcelona, sind das erste Mal in Thailand. Sie beschlossen, in der Khao San Road zu bleiben, waren jedoch von der Partyatmosphäre überrascht.

„Wir haben nicht erwartet, dass alles so ist wie auf Ibiza“, sagte Perez.

Die Nächte in der Khao San Road sind alles andere als ruhig. Selbst an regnerischen Wochentagen sind die Clubs und Restaurants in der Umgebung relativ voll. Laute Musik, die aus den lokalen Einrichtungen dröhnt, übertönt jede Möglichkeit eines Gesprächs, während Straßenverkäufer gebratene Skorpione auf Stöcken oder Armbänder vor die Nasen der Touristen halten.

Verkäufer bieten Passanten auch illegale Lachgasballons für 80 Baht pro Stück an, und trotz der Anwesenheit der Polizei auf der Straße sind körperliche Auseinandersetzungen an der Tagesordnung.

In nur drei Stunden auf der Khao San Road kam es zu zwei Schlägereien, wie ein Zeuge berichtete. Im ersten Fall bat ein thailändischer Barkeeper wiederholt einen betrunkenen Ausländer, die Bar zu verlassen. Als der sich weigerte, gab ihm der Barkeeper einen Schlag ins Gesicht.

Im zweiten Fall stritt eine Gruppe betrunkener Ausländer in einer anderen Bar wegen eines scheinbar unbedeutenden Kommentars. Am Ende haben sich die Ausländer gegenseitig entschuldigt, ohne dass eingegriffen werden musste.

„Wir waren darauf nicht vorbereitet. Wir dachten, Bangkok würde ein bisschen mehr Kultur bieten als andere Städte“, sagte Perez.

Erschienen in der TIP-Ausgabe 2019-10
Engl. Artikel von Dusida Worrachaddejchai, Leah Carter, Supoj Wancharoen

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