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Alzheimer-Patientin musste Thailand verlassen

AlzheimerFoto: Steven HWG

Die verzweifelte Tochter einer Alzheimer-Patientin berichtete, dass ihre Mutter Thailand trotz ihrer Erkrankung verlassen musste.

Die Familie gibt hauptsächlich der Immigration die Schuld, wegen der neuen Richtlinien über die Bonität von Antragstellern.

Die Tochter betonte, wie sehr sie Thailand möge, doch Ende Mai musste die 77 Jahre alte Anna Padgett ihr Pflegeheim in Chiang Mai verlassen. Die Familie flog nach Manila auf die Philippinen.

Dort bekommt sie problemlos ein Dreijahresvisum ohne viele lästige Fragen nach den finanziellen Verhältnissen.

Tochter DeAnna Denis, 57, sagte, sie persönlich möge Thailand sehr und wollte nicht auf die Philippinen, aber die Familie habe keine Wahl gehabt. Sie habe einfach nicht genug Geld, um 800.000 Baht auf ein Bankkonto einzuzahlen und nicht anzurühren.

Denis und ihr 55-jähriger Ehemann kommen ursprünglich aus Atlanta. Nachdem sie ihr Web-Entwicklungsgeschäft verkauft hatten, ließen sie sich als Rentner in Thailand nieder.

Sie leben immer noch von einigen Einnahmen, doch viel ist das nicht.

Ihre Mutter wurde in den USA von einer Verwandten betreut, bis sie 2017 beschlossen, sie nach Thailand zu verlegen. Sie hat seit etwa 15 Jahren Alzheimer. Sie fanden ein Heim in Chiang Mai, das sich auf die Behandlung von Alzheimer-Patienten spezialisiert hat.

Die 85.000 Baht, die das Heim monatlich kostete, konnten sie sich gerade so leisten. Sie selbst lebten erst auf Koh Samui, später auf dem Festland in Khanom in der Provinz Nakorn Si Thammarat.

Alles lief gut und die Familie war glücklich. Aber als die Immigration neue Vorschriften bekannt gab, änderte sich alles.

Die Immigration weigerte sich zu verhandeln und erlaubte nicht, dass die 85.000 Baht für das Pflegeheim als Einkommen der Mutter gewertet wurden.

Regeln sind Regeln, sagte die Immigration, und wenn sie keine 800.000 Baht auf einem Konto hinterlegen konnte, dann war da eben nichts zu machen.

Die Familie brachte daraufhin die 800.000 Baht auf und zahlte sie auf ein thailändisches Bankkonto ein. Die Mutter könnte daher eigentlich bis Februar nächsten Jahres bleiben. Aber mit der Sorge, dass sich ihr Zustand verschlechtert und sie in Zukunft nicht mehr transportfähig ist, entschied die Familie, dass es besser sei, sie sofort auf die Philippinen zu bringen.

Davis beschrieb den Umgang mit der Immigration als äußerst problematisch. Es gab unterschiedliche Mitteilungen, aber das Fazit lautete letzten Endes: Entweder zahlt die Mutter oder sie verlässt das Land.

„Natürlich weiß meine Mutter nichts davon. Sie weiß nicht einmal, wer ich bin. Aber sie ist glücklich, wo sie ist, und wir sind sehr besorgt, sie in eine andere, möglicherweise verwirrende Umgebung zu bringen“, sagte Denis vor der Abreise auf die Philippinen.

Sie kam 2015 zum ersten Mal nach Thailand und wusste, dass es der richtige Ort für sie war. Sie und ihr Mann verbrachten ihre Zeit damit, Thai zu lernen, und die Zukunft sah rosig aus. Sie freuten sich, als 2017 auch die Mutter mit der 24-jährigen Tochter des Paares, die Englischlehrerin auf Koh Samui ist, nach Thailand zog.

„Wir sind nicht ganz glücklich darüber, auf die Philippinen zu gehen. Die Betreuung wird nicht so gut sein wie in Chiang Mai und die Umgebung ist nicht so gut“, fügte Davis hinzu.

Die Heimkosten für die Mutter auf den Philippinen betragen indes nur ein Drittel von denen in Thailand.

„Wir lieben Thailand und wir wollten nicht, dass sie geht, aber wir hatten keine andere Wahl. Wir wurden durch die neuen Vorschriften gezwungen und werden möglicherweise in Zukunft selbst auf den Philippinen leben.“

Sie hofft, dass Besuche bei der Mutter ihre Geldreserven nicht zu sehr belasten.

Davis meinte: „Thailand spricht davon, ein Zentrum für die medizinische Versorgung zu sein, aber die Einwanderungsbestimmungen sind in unserem Fall nicht gerade förderlich.“

Sie sagte, dass die Kosten in den USA nicht erschwinglich seien – eine Situation, die dazu geführt habe, dass die Familie die Mutter in erster Linie nach Thailand verlegt habe. Und nun befindet sich die Mutter auf den Philippinen. Sie wird wohl nicht nach Thailand zurückkommen. Wenn doch, müssen erst einmal die Vorschriften bei der Immigration geändert werden.

Übersetzung eines englischsprachigen Artikels aus The Thaiger.
Erschienen in der TIP-Ausgabe 2019-7.
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