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Streetfood – Krieg gegen die Händler

Die BMA will, dass diese Stände aus dem Stadtbild verschwinden. – Foto: Wikipedia

Die Bangkoker Stadtverwaltung (BMA) bekräftigte ihren Standpunkt, weiterhin mit scharfen Maßnahmen gegen Straßenhändler vorzugehen. Sie dementierte frühere Medienberichte, wonach ab dem 1. Januar 2020 gestattet werden würde, dass Händler mit gewissen Einschränkungen an alte und beliebte Standorte zurückkehren dürften.

BMA-Sprecher Pongsakorn Kwanmuang, bequemerweise der Sohn des Gouverneurs von Bangkok, sagte, die Behörde habe nicht vor, ihre Haltung zu ändern. Solche Berichte seien „Desinformationen, die zu Missverständnissen führen“. Seine Stellungnahme erschien auf der Website für Öffentlichkeitsarbeit der BMA.

Der Sprecher verwies auf einen Facebook-Beitrag von Senator Sungsidh Piriyarangsan, dem Vorsitzenden der von der Regierung eingesetzten Kommission zur Bekämpfung von Armut und Ungleichheit. In seinem Post schrieb der bekannte Ökonom, das Gremium habe eine Diskussion mit BMA-Vertretern unter der Leitung des Bangkoker Gouverneurs geführt, der versprach, nach und nach Straßenhändlern, die von bestimmten Orten vertrieben wurden, die Wiederaufnahme ihrer Geschäfte unter bestimmten Voraussetzungen wieder zu ermöglichen.

Pongsakorn zufolge wird die Behörde ihren strengen Kurs jedoch beibehalten, der vom Militärregime vorgegeben wurde, nachdem der ehemalige Gouverneur von Bangkok, Sukhumbhand Paribatra, von den Militärs abgesetzt worden war.

Der öffentliche Raum und die Bürgersteige müssen für Fußgänger aus allen Lebenslagen, dies schließe auch Behinderte und Rollstuhlfahrer ein, frei bleiben.

Die BMA unter dem pensionierten Polizeibeamten, der vom Militär zum Gouverneur der Stadt ernannt wurde, verbot weitläufig den Handel und den Verkauf von Lebensmitteln auf Gehsteigen. Das Verbot betrifft auch Touristenattraktionen wie den Blumenmarkt Pak Klong Talad im Bezirk Phra Nakhon. Der wurde trotz öffentlicher Proteste abgeschafft und existiert in dieser Form nicht mehr.

Nur wenn ausländische Medien die Streetfood-Kultur der Stadt loben, setzt die BMA ihren Kampf gegen die Händler an bestimmten Orten wie beispielsweise Chinatown aus.

In Umfragen der Welttourismusorganisation kam thailändisches Streetfood zehn Jahre in Folge immer in die Top Ten. 2016 und 2017 ernannte CNN Bangkok gar zur Welthauptstadt von Streetfood.

Es ist heuchlerisch für die BMA zu sagen, sie wolle mit der Einführung von Fußgängerzonen (vgl. separaten Artikel) die lokale Wirtschaft ankurbeln, während sie aber gleichzeitig eine Politik betreibt, die das Gegenteil bewirkt.

Die Stadtverwaltung wirft den Straßenhändlern in erster Linie vor, „unordentlich“ zu sein. Dieser Vorwurf leitet sich ganz klar von dem Namen der Putschisten ab, die sich selbst „Nationaler Rat für Ruhe und Ordnung“ nannten. Leute, die „unordentlich“ waren, wurden von den Generälen zum Feind erklärt. Behörden wie die BMA folgten gnadenlos den Anweisungen des Regimes.

Die BMA sollte die Bedeutung der Straßenhändler als wichtigen Teil einer informellen Wirtschaft anerkennen, die eng mit der Volkswirtschaft verbunden ist und ohne die das Land wohl zusammenbrechen würde.

Es geht hier aber nicht nur um die Händler, sondern auch um deren Gäste. Arbeiter und Angestellte müssen sich jetzt teurere Lebensmittel besorgen, wenn sie in der Mittagspause oder gleich nach der Arbeit in der Stadt etwas essen wollen. Da führt der kürzeste Weg vermutlich in den nächsten 7-Eleven, in dem allerlei Junkfood als Zwischenmahlzeit angeboten wird.

Es kann wohl behauptet werden, dass der CP-Konzern, Betreiber der Supermarktkette 7-Eleven, sich über diesen Nebeneffekt – wenn es denn keine Absicht ist – freuen dürfte. Das passt ins Bild, denn große Unternehmen und Konzerne wurden unter der Militärregierung ebenso wie Behörden immer mächtiger. Kleine und mittelständische Betriebe und Familienbetriebe hatten das Nachsehen.

Die BMA sollte sich der düsteren Wirtschaftsaussichten für dieses Jahr bewusst sein und wissen, dass ein generelles Verbot von Streetfood die Lage für eine bestimmte Gruppe von Bürgern verschlechtern wird, die dann eine Belastung für den Staat darstellen.

Wie Senator Sungsidh betonte, sollte der Straßenhandel reguliert werden, um die Koexistenz zwischen Verkäufern und Fußgängern zu gewährleisten und das zu erreichen, was er als „Harmonie der Vorteile“ zwischen den beiden Gruppen bezeichnete.

Abgesehen von der gemeinsamen Raumnutzung müssen der Staat und die BMA Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass die Straßenstände die Hygiene-, Ordnungs- und Umweltstandards einhalten.

Es scheint jedoch, dass die BMA einfach nicht bereit ist, sich dieser Vision anzuschließen, was sich in der Aussage ihres Sprechers widerspiegelt und den Verantwortlichen für ein kulturell wichtiges Stück Stadtleben unnötige Schwierigkeiten bereitet.

Es ist Zeit für die Regierung, das Problem zu erkennen und dem Bangkoker Gouverneur die nötige Richtung zu geben. Das Problem ist jedoch, dass die Leute an der Spitze der jetzigen Regierung genau dieselben Leute sind, die schon an der Spitze der Militärregierung standen. Mit einem Umschwenken ihres Kurses würden sie eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben.

Übersetzung eines englischsprachigen Artikels aus der Bangkok Post.
Erschienen in der TIP-Ausgabe 2001-1.
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