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Elefanten werden für Tourismus gebrochen

Foto: TIP-Archiv

Sie werden von ihren Müttern getrennt, mit Metallhaken gequält und bleiben manchmal ohne Nahrung – viele thailändische Elefanten werden gewaltsam gezähmt, bevor sie an lukrative Tourismusstandorte verkauft werden, die zunehmend als „Zufluchtsorte“ für „grausamkeitsbewusste“ Reisende angepriesen werden.

Über eines muss man sich von Anfang an im Klaren sein: Elefanten sind wilde Tiere. Sie gehorchen nur, weil ihnen mit Schmerz gedroht wird. Sie werden als Jungtier in einen engen Käfig gesperrt und gefoltert, um sich die Angst vor diesem Schmerz zu verinnerlichen.

Das sollte sich jeder klar machen, der bescheuerte Kunststückchen beklatscht, die Elefanten vorführen oder auf einem der Dickhäuter reitet.

Im Grunde ist das die Methode, die auch bei den Bären angewandt wird, die tanzen, wenn jemand Geige spielt: Die Bären werden auf glühende Kohlen gestellt, während jemand Geige spielt. Die Bären verinnerlichen: Wenn sie eine Geige hören, verbrennen ihre Tatzen. So funktioniert dieser „Trick“.

Bei Elefanten ist es nicht viel anders. Sie haben Angst vor Schmerz und machen alles, was die Menschen ihnen auftragen.

Die zwei Jahre alte Ploy richtete sich auf ihre Hinterbeine auf und balancierte, während sie einen Ball im Rüssel hielt. Den schleuderte sie dann durch einen Reifen.

Das ist einer von vielen Tricks, die sie in Ban Ta Klang, einem traditionellen Übungsdorf in der nordöstlichen Provinz Surin, lernte.

Hier werden junge Elefanten gebrochen, um vor zig Millionen Touristen, die jedes Jahr nach Thailand kommen, aufzutreten oder mit ihnen anderweitig in Kontakt zu kommen. Viele Besucher wollen Fotos von Elefanten machen, für das sie in den sozialen Medien eine Menge Likes einheimsen können. Die bekommen sie, wenn sie Fotos machen, wenn das Nationaltier des Königreichs Sport treibt, wie die rumänischen Bären tanzt oder sogar Bilder malt.

Dorfbewohner in Ban Ta Klang, die seit Generationen mit den großen, sanften Tieren arbeiten, sagen, dass Zähmung aus Sicherheitsgründen notwendig und dass die Gewalt nicht übermäßig groß sei.

„Wir verletzen sie nicht, um sie zu erziehen ... wenn sie nicht stur sind, tun wir ihnen nichts an“, sagte Mahout Charin, als er liebevoll über Ploys Kopf streichelte und von ihr als Teil seiner Familie sprach.

Charin verdient ungefähr 10.000 Baht im Monat. Der Beruf wurde von seinem Vater und seinem Großvater an ihn weitergegeben.

„Ich habe immer mit ihnen zusammengelebt“, fügte er hinzu.

Tierschützer sehen das allerdings etwas anders. Sie argumentieren, dass die Zähmungstechnik – bei der Babys im Alter von zwei Jahren aus der Obhut von leidenschaftlich ergebenen Müttern genommen werden – grausam und veraltet sei.

Das große Geschäft

Elefanten wurden vor ungefähr 30 Jahren in der Holzindustrie nicht mehr benötigt. Sie und ihre Mahouts wurden arbeitslos.

So wandten sie sich Thailands florierender Tourismusindustrie zu, einem aufstrebenden Sektor von Vergnügungsparks, in denen nach wie vor Elefantenreiten und Aufführungen angeboten werden.

Ein gezähmter Elefant kann jetzt um die zweieinhalb Millionen Baht wert sein – eine gewaltige Investition, die harte Arbeit und immer bizarrere Stunts erfordert, um wieder hereingeholt zu werden.

Der Mae-Taeng-Park in Chiang Mai empfängt bis zu 5000 Besucher pro Tag. Der Eintritt kostet 1500 Baht.

Viele Besucher wollen Suda sehen, die einen Pinsel in ihrem Rüssel hält und für Besucher Landschaften im japanischen Stil malt. Die können die Bilder später für bis zu 4500 Baht kaufen, bevor sie einen Elefantenritt durch die Hügel unternehmen.

Da Touristen sich der möglichen Grausamkeit solcher Aktivitäten bewusster werden, haben sich immer mehr Orte dafür entschieden, den Begriff „Zuflucht“ oder „Refugium“ zu verwenden.

Viele erlauben kein Reiten und keine Tiervorstellungen. Stattdessen werden Touristen ermutigt, Elefanten zu füttern, zu pflegen und sich um sie zu kümmern, um ein unvergessliches Erlebnis mit einem der majestätischsten Lebewesen, das die Natur je hervorgebracht hat, zu sammeln.

Wohltätigkeitsorganisationen warnen jedoch davor, dass selbst scheinbar harmlose Dinge wie das Baden von oder mit Elefanten problematisch sein könnten.

„Das Baden mit Elefanten ... ist für Elefanten und Mahouts oft stressig, besonders wenn eine Gruppe aufgeregter junger Leute beteiligt ist“, sagte Jan Schmidt-Burbach von World Animal Protection (WAP).

„Am besten überlässt man es dem Elefanten zu entscheiden, ob und wie er baden will. Touristen sollten sich lediglich zurücklehnen, um diesen Moment ungestört zu beobachten und zu genießen.“

Aber auch das ist unter Umständen nicht der richtige Weg.

Einige Tierrechtsexperten warnen, dass es schwierig sein kann, die gute Behandlung der Tiere zu garantieren, nachdem die Menge nach Hause gegangen ist. Es gibt Fälle, in denen Elefanten stundenlang angekettet sind und gezwungen wurden, auf Beton zu schlafen oder die Tiere unterernährt sind.

Ethischer Tourismus?

In Thailand gibt es 220 registrierte Elefantenparks. Viele versprechen einen „ethischen Tourismus“, doch laut WAP gibt es „nur ein Dutzend mit wirklich zufriedenstellenden Lebensbedingungen.“

WAP arbeitet mit ChangChill zusammen, einer kleinen Organisation in der Nähe von Chiang Mai. Hier gibt es einen Fluss inmitten von Reisterrassen.

In wenigen Monaten änderte ChangChill seine Methoden. Elefanten bekamen mehr Platz, die Interaktionen mit Menschen wurden reduziert, und die Umgebung bietet den Dickhäutern ein Leben, das dem in freier Wildbahn ähnelt.

„Wir zwingen sie nicht dazu, das zu tun, was sie nicht instinktiv tun würden“, sagte ChangChill-Direktor Supakorn Thanaseth. Infolgedessen seien sie „seltener krank und ruhiger.“

Das Risiko von Unfällen mit Touristen hat abgenommen, da die Tiere weniger gestresst sind, obwohl Mahouts für Notfälle immer noch einen Haken in der Tasche haben.

ChangChill hofft, in der noch laufenden Hochsaison rentabel zu werden, kann aber nur rund 40 Touristen pro Tag empfangen, um die sechs Elefanten zu besuchen, da die Tiere immer an erster Stelle stehen.

Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein, denn in Thailand gibt es fast 4000 „domestizierte“ Elefanten.

Die Behörden zögern, sie wieder in natürliche Lebensräume einzuführen, wie dies von einigen Nichtregierungsorganisationen (NGO) befürwortet wird, da es an Raum mangelt und potenzielle Konflikte mit dem Menschen vorprogrammiert sind.

Einige argumentieren, der Kompromiss bestehe darin, die Branche besser zu regulieren und die Standards zu erhöhen.

Es gibt jedoch wenig Anlass, strengere Vorschriften zu erlassen, die in die thailändische Tourismusbranche eingreifen würden, zumal diese im letzten Jahr mehr als 38 Millionen Besucher begrüßte und einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren des Landes ist.

Ein Komitee, bestehend aus mehreren Tierschutzverbänden, hat der Regierung im vorvergangenen Jahr Empfehlungen für strengere Kontrollen von Elefanten in Gefangenschaft vorgelegt.

Laut Tierschutzaktivistin Sovaida Salwala von Friends of the Asian Elephants, einer NGO, die an der Erstellung des Berichts mitgewirkt hat, blieb ein Kommentar seitens der Regierung „bislang unbeantwortet“.

Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass sich die Situation der Tiere verschlechtert.

Schmidt-Burbach sagte, dass eine Überprüfung seitens WAP im Jahr 2015 ergab, dass das Wohlergehen von 1771 Elefanten fraglich war. Das seien 357 Elefanten mehr gewesen als bei einer Studie im Jahr 2010, erklärte er.

Übersetzung eines englischsprachigen Artikels aus der Bangkok Post.
Erschienen in der TIP-Ausgabe 2020-2.
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