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Phukets Wasserversorgung ist gefährdet

WassertanksFoto: TIP-Archiv

Phuket steht kurz vor dem Trinkwasser-Kollaps – und das während der Hochsaison. Konkrete Pläne, wie man den Wasserbedarf decken könnte, gibt es bislang nicht.

Im April des Jahres war die örtliche Wasserbehörde über die Krise am Ende der Trockenzeit 2018/2019 beunruhigt, bestritt jedoch, dass es ein Problem gäbe, obwohl die Versorgung vieler Gemeinden in der Nähe von Chalong, Thalang und den östlichen Vororten von Phuket-Town eingeschränkt wurde.

Auf einer tropischen Insel, die von Wasser umgeben ist (wenn auch Salzwasser), und auf der jedes Jahr viel Monsunregen fällt, ist es schwer vorstellbar, dass es zu akutem Wassermangel kommt. Besonders nach der Krise im März und April dieses Jahres, die als Weckruf hätte gelten sollen. Doch jetzt könnte der schlimmste Fall eintreten.

Im April hatten die Wasserwerke von Phuket angekündigt, den Wasserverbrauch einzuschränken, indem jeden zweiten Tag das Wasser abgestellt würde. Einen Tag später wurde diese Ankündigung wieder rückgängig gemacht.

Die Wassereinschränkungen wären wohl drakonisch gewesen, aber im Nachhinein eine verantwortungsvolle Reaktion auf das Problem.

Auf Phuket sind mehr Hotelzimmer verfügbar als jemals zuvor, mehr Projekte abgeschlossen und die Insel für den Zustrom von Touristen in der geschäftigsten Zeit des Tourismusjahres bereit. Doch die Hochsaison begann mit der niedrigsten Wassermenge aller Zeiten, gemessen am erwarteten Gesamtbedarf.

Wenn es nicht zufällig jeden Tag regnet, kann man sich nicht darauf verlassen, dass die Reservoirs der Insel ausreichen, alle Leute während der Hochsaison mit Wasser zu versorgen.

Anfang November befahl die Nationale Behörde für Wasserressourcen, dass auf Phuket dringende Maßnahmen ergriffen werden, um das Problem der Wasserversorgung auf der Ferieninsel zu lösen.

Doch diese Anweisung aus der Hauptstadt kam ein halbes Jahr zu spät. Das Problem, das auf Phuket in der Hochsaison 2019/2020 zukommt, war bereits von Beamten der Wasserwerke in Phuket erkannt worden. Sie hatten das auch zugegeben. Nur hofften sie, dass sich alles in Wohlgefallen auflösen würde, wenn es in der Regenzeit nur genügend regnete und die leeren Reservoirs aufgefüllt würden. Doch die Regenmenge blieb hinter den Erwartungen zurück.

Tatsächlich sieht sich die Insel über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten, wahrscheinlich länger, mit kritischem Wassermangel konfrontiert. Bis die Regenzeit 2020 hoffentlich pünktlich einsetzt.

Dass da etwas nicht stimmt, merkt man bereits daran, dass kurz nach Ende der Regenzeit schon auf die nächste Regenzeit gehofft wird. Und das im Süden Thailands, in dem es doch recht häufig regnet.

Wenn sich die Einwohner von Phuket in den sozialen Medien darüber beschweren, dass die Wasserversorgung ohne Vorwarnung abgeschaltet wird, dann wird dies im Verantwortungsbereich der Wasserwerke liegen.

Und wenn die Medien aufgefordert werden, nicht mehr über leere Stauseen und teure Notvorräte zu berichten, müssen die Wasserwerke auch hierfür die Schuld auf sich nehmen.

Wenn schließlich Unternehmen und Hotels täglich Wasserlieferungen zu erpresserischen Preisen bestellen müssen, dann dürfen sie ihre Rechnung an die Wasserwerke von Phuket richten. Da bleibt nur eines zu sagen: Viel Glück damit!

Die Anweisung in letzter Minute aus Bangkok, die „Dinge zu regeln“, kommt nicht nur zu spät, sie wird nichts nutzen. Das Verständnis der lokalen Behörden für das drohende Problem ist seit Anfang dieses Jahres gut dokumentiert. Es ist einfach so, dass nichts unternommen wurde.

Am Ende der Regenzeit 2019 ist der Bang-Wad-Damm in Kathu, dem größten Stausee der Insel und Zulieferer von Trinkwasser nach Patong, nach Angaben der Nationalen Behörde für Wasserressourcen nicht einmal zu 30 Prozent gefüllt. Der Bang-Neow-Damm, der Gebiete nördlich des Heroines Monuments versorgt, ist mit einem offiziellen Niveau von 8,38 Prozent der Kapazität, von denen fünf Prozent nicht genutzt werden können, fast ausgetrocknet.

All dies geschah unter der Aufsicht von Phuket-Gouverneur Phakaphong Tavipatana. Bisher hat er das Wasserproblem in den Händen der örtlichen Wasserbehörde gelassen. Jetzt teilte die Nationalen Behörde für Wasserressourcen mit, dass Gouverneur Phakaphong für die Überwachung der Maßnahmen verantwortlich sein wird, damit die Einwohner und Unternehmen von Phuket nicht über Monate hinweg unter einem kritischen Wassermangel leiden müssen.

Was genau zu diesem Zeitpunkt getan werden soll, wurde jedoch noch nicht erklärt. Vielleicht bestehen diese Maßnahmen darin, dass alle mit dem Finger auf andere zeigen – und vielleicht gibt es auch den einen oder anderen Rücktritt.

Das Fazit ist, dass die Provinzregierung Wasser aus dem Norden herbeischaffen muss. Für alles andere bleibt keine Zeit mehr. Es ist zu spät, um weitere Reservoirs zu bauen oder die vorhandenen zu vergrößern. Es ist zu spät, um Räucherstäbchen anzuzünden und um Regen zu beten. Es ist zu spät, eine neue Wasserversorgungsinfrastruktur zu planen, zu budgetieren und zu bauen.

Auf dem Höhepunkt der Krise zu Beginn dieses Jahres wurde die Armee hinzugezogen, um bei der Lieferung von Wasser an einige der am schlimmsten betroffenen Gemeinden zu helfen – wie man es in einem Drittweltland nach einem Jahrzehnt der Dürre erwarten würde.

Aber dies ist Phuket, Thailands Leuchtfeuer der Tourismusindustrie, die „Perle der Andamanen“, wie es immer so schön heißt. Auf dem Höhepunkt der Wasserkrise im März und April des Jahres hat der Gouverneur jedoch nicht die Komplexität oder Schwere des Problems erkannt und offenbar keine Pläne ausgearbeitet, was passieren soll, falls die Reservoirs versiegen.

Wenn es Anfang des Jahres tatsächlich nur noch stundenweise Wasser gegeben hätte, wäre es wohl zu einem Aufschrei bei den Einwohnern gekommen. Aber im Nachhinein wäre das eine verantwortungsvolle Maßnahme gewesen, und Phuket stünde jetzt sehr viel besser da. Auf die Wassereinschränkungen hätte eine dringende Konsultation und Planung folgen müssen, um die Wasserversorgung nachhaltig zu gewähren. Es kann doch einfach nicht wahr sein, dass es auf einer tropischen Insel kein Wasser gibt und die Leute denken, sie seien in der Sahara.

Ob Klimawandel oder einfach nur eine wirklich schlechte Regenzeit: Der Regen ist dieses Jahr einfach nicht angekommen, um das Niveau der Reservoirs auf der Insel zu erhöhen. Regenfälle in den nächsten Wochen werden ein Bonus sein, aber das Problem nicht lösen. Dem diesjährigen Monsun ist längst der Dampf ausgegangen.

Letztes Jahr kursierte der Witz, dass man auf Phuket Millionär werden könnte, wenn man einen 7-Eleven eröffnet und davor eine Bushaltestelle für die chinesischen Reisebusse baut. Jetzt könnte man Millionär werden, wenn man auf dem Festland Trinkwasser kauft und in die Schifffahrt einsteigt, indem man das Wasser mit Tankern nach Phuket bringt. Investitionen in Tanklaster, die Wasser in Trockengebieten verteilen, wären auch eine gute Geschäftsidee. Wie man es dreht und wendet: Die Trinkwasservorräte auf der Insel werden nicht bis zur nächsten Regenzeit ausreichen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Einwohner und Touristen auf dem Trockenen sitzen.

Übersetzung eines englischsprachigen Artikels aus thaivisa-forum.
Erschienen in der TIP-Ausgabe 2019-12.
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